Tips für Eltern

So fördern Sie die visuelle Wahrnehmung

von: Dipl. Päd. Uta Reimann-Höhn

Durch Spiele die visuelle Wahrnehmung fördern

 

Um das Gesehene auch richtig interpretieren und umsetzen zu können, muss ihr Kind dazu fähig sein, Details durch visuelle Wahrnehmung aufzunehmen. Zu der visuellen Wahrnehmung gehören Formen und Farben, verschiedene Größen, Entfernungen, Bewegungen und Strukturen. Mit den folgenden Spielen können Sie die visuelle Wahrnehmung fördern.

 

Wahrnehmung fördern: Ausschnitte erkennen

(ab ca. 4 Jahren)

Besorgen Sie sich zwei gleiche Prospekte von Spielwaren,Lebensmitteln, Möbeln oder Kleidung. Wählen Sie nun jeweils zwei identische Bilder aus und schneiden Sie von dem zweiten Bild rund 1/4 der Darstellung weg so dass nur noch ein Ausschnitt übrig bleibt. Kleben Sie die beiden Bilder, also beispielsweise die vollständige Packung Cornflakes und den Ausschnitt davon, auf zwei gleichgroße Karten. Erstellen Sie so ein Memory mit 20 bis 30 Teilen. Beteiligen Sie ihr Kind schon bei der Herstellung des Spiels, dann macht es doppelt Spaß, denn jeder kann sich seine eigenen  Lieblingsmotive aussuchen. Spielen Sie nun mit den Karten wie mit einem ganz normalen Memory: Wer die meisten Paare findet, gewinnt.

 

Bei diesem Spiel können Sie die Wahrnehmung fördern, indem ihr Kind Details aus einem Gesamtbild herausfiltert. (Figur-Grund-Wahrnehmung)

 

Wahrnehmung fördern: Olympiade der Einäugigen

(ab 6 Jahren)

Veranstalten Sie mit zwei oder mehr Kindern einen Wettbewerb, in dem Sie die visuelle Wahrnehmung dadurch fördern, dass ihr Kind Aufgaben mit der halben Sehkraft bewältigt. Zu diesem Zweck eignen sich gut Piratenaugenklappen aus dem Verkleidungskoffer. Sie bekommen die Augenklappen aber auch in Deko-Geschäften oder können Binden aus Tüchern selber basteln. Stellen Sie der Kindergruppe nun mehrere vorbereitete Aufgaben und stoppen Sie die Zeit. Lassen Sie erst das eine und in der zweiten Runde dann das andere Auge bedecken. Für dieses Spiel, welches Optimal die visuelle Wahrnemung fördert, eignet sich zum Beispiel:

  • Perlen auffädeln
  • Puzzles zusammensetzen
  • ein Glas Apfelsaft eingießen
  • einen Kreis ausmalen
  • aus Lego-Steinen ein Auto zusammenbauen
  • Entfernungen abschätzen
  • ein Stück Kuchen mit Messer und Gabel essen
  • einen Faden in eine Nadel einfädeln

Bei diesem Spiel trainiert ihr Kind die Fähigkeit, seine Augen unabhängig voneinander zu benutzen. Das schult das genaue Hinsehen und somit die visuelle Wahrnehmung insgesamt.

 

Wahrnehmung fördern: Schau genau !

(ab 5 Jahre)

Wählen Sie ein schönes, großes und vielfältiges Bild aus, das ihr Kind zwei bis drei Minuten lang in Ruhe ansehen soll. Es geht darum, sich so viele Details wie möglich zu merken und somit die visuelle Wahrnehmung zu fördern. Nachdem die Zeit abgelaufen ist, wird das Bild umgedreht, und ihr Kind soll nun alle Dinge aufzählen, an die es sich erinnern kann. Machen Sie auch aus diesem Spiel einen kleinen Wettkampf, indem sie zwei oder mehr Kinder gegeneinander antreten lassen.

 

Mit diesem Spiel wird das visuelle Gedächtnis ihre Kindes gefördert und die visuelle Wahrnehmung somit gestärkt.

8 Tipps, mit denen Ihr Kind in der Schule bessere Aufsätze schreibt.

von: Anette Holl

 

Regelmäßig fragen sich Eltern, wie Sie durch häusliches Training die Aufsätze ihres Kindes verbessern können. Neben der Kreativität Ihres Kindes gibt es noch viele formale Anforderungen, die auch beachtet werden.Diese lassen sich relativ leicht zu Hause von Ihrem Kind üben. Sie können auch das Bewertungsraster aus diesem Artikel benutzen, das am Beispiel der Erlebniserzählung die Bewertungsgrundlagen zeigt. Damit können Sie die Aufsätze Ihres Kindes auf Schwachstellen hin untersuchen, um dann mit Ihrem Kind das zu üben, was es noch nicht so gut kann.

 

 

Welche Aufsatzformen schreibt ihr Kind in welcher Klassenstufe?

 

In allen vier Grundschuljahren verfasst Ihr Kind eigene Texte. Dabei werden in Klasse 1 noch keine richtigen Aufsätze vorgeschrieben. 

Die Erstklässlerschreiben freie Texte. Briefe oder Karten zu Weihnachten oder anderen Anlässen. Leistungsstärkere Schüler erhalten meist schon Lückentexte oder Textteile, um daraus Geschichten zu entwickeln. 

 

Ab Klasse 2 wird der Aufsatzunterricht strukturierter. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick, welchen Aufsatz Ihr Kind wann schreiben wird. Ich beziehe mich dabei auf den bayrischen Lehrplan, weil er repräsentativ für die übrigen Bundesländer stehen kann.

Klasse 2 Klasse 3 Klasse 4
- Briefe Textvorbilder nutzen (z.B. Fabeln, Märchen
Bildgeschichte Texte einer Klassenlektüre Texte um- oder weiterschreiben (z.B. Nacherzählungen, Bildergeschichte mit offenem Ende)
Anfang oder Schluss erfinden Bildergeschichten Vorgangsbeschreibungen
Sachtexte zu Lebewesen, Dingen oder Vorgängen (z.B. Kochrezept, Spielanletung oder Tiersteckbrief) Sachtexte Stichwortsammlung z.B. für Referate
- Erlebnisaufsätze (z.B. Bildergeschichte, Reizwortgeschichte, Fantasieerzählung Sachtexte
- kreatives Schreiben zu Kunstwerken, Fotomontagen usw. -

8 Tipps wie Ihr Kind Schwachstellen im Aufsatz beseitigen kann

 

1. Ist der Aufsatz erst fertig geschrieben, legen die meisten Kinder ihren Füller beruhigt zur Seite und geben ihren Aufsatz beim Lehrer ab, ohne noch einmal  durchzulesen. Dabei ist die Überarbeitung eines Aufsatzes das Wichtigste überhaupt! Deshalb sollte Ihr Kind beim Aufsatzschreiben immer nur jede zweite Zeile zum Schreiben verwenden. Dann hat es genügend Platz, um später noch Wörter einzusetzen, Sätze auszuformulieren oder sprachliche Holprigkeiten zu beseitigen. So bleibt der Aufsatz auch nach der Überarbeitung noch leserlich. Nachdem Ihr Kind das Schreiben beendet hat, soll es sich seinen Aufsatz einige Male halblaut durchlesen und Auffälligkeiten folgendermaßen verbessern: 

 

2. Viele Kinder überlegen sich den Titel ihrer Geschichte meist als Erstes. Allerdings ist es sinnvoller, wenn Ihr Kind sich erst zum Schluss nach dem Durchlesen seines Aufsatzes für eine Überschrift entscheidet. Denn jetzt kennt es den Verlauf seiner Geschichte und weiß, welche Überschrift den Leser neugierig machen könnte.

 

3. Die Einleitung soll Ihr Kind auf wesentlichen Daten überprüfen: WER macht WANN WO WAS ?

 

4. Fehler im Satzbau und bei grammatischen Strukturen fallen durch halblautes Vorlesen meist auf.

 

5. Viele Kinder verwenden in Aufsätzen fälschlicherweise die im mündlichen Sprachgebrauch gängige Vergangenheitsform des Perfekts (z.B. er hat gedacht, er hat gesagt). Deshalb ist es wichtig, zum Schluss noch einmal alle Verben zu kontrollieren und gegebenenfalls in das Präterium zu setzen (dachte, sagte).

 

6. Legen Sie mit Ihrem Kind zusammen eine Sammlung von Wortfeldern an (z.B. "sagen"). Sie finden solche Wortfelder in vielen Sprachbüchern. Durch diese Vorarbeit fällt es Ihrem Kind dann beim Schreiben leichter, unterschiedliche Verben zu verwenden und Wiederholungen zu vermeiden.

 

7. Die wörtliche Rede sollte Ihr Kind farblich markieren. So zeigt sich schnell, wie hoch deren Anteil ist. Im benoteten Aufsatz sollte Ihr Kind besser auf Bleistift zurückgreifen, den es vor der Aufgabe an den Lehrer wieder ausradiert.

 

8. Auch eine angelegte Liste mit Satzanfängen hilft Ihrem Kind. So kann es ganz einfach die ersten Wörter aller Sätze überprüfen und gegebenenfalls Wiederholungen (dann... dann....dann...) verändern oder fehlende Satzanfänge einfügen.

Bessere schulische Leistungen

Mein Kind schreibt schlechte Noten - Wie Eltern die Motivation ihrer Kinder fördern können.

Ursachenforschung durch ein Gespräch

Wenn ihr Kind schlechte Noten in der Schule schreibt, so sind die Ursachen dafür vielfältiger Natur. Mangelnde Konzentration, Überforderung, Desinteresse oder ein schlechtes Verhältnis zum Fachlehrer können beispielsweiseder Auslöser sein. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Motivation ihres Kindes kontinuierlich abnimmt, da der Erfolg in Form von guten Noten trotz Lernens ausbleibt. Ein erster Schritt, um die Lernmotivation der Kinder wieder anzukurbeln, ist deshalb die Ursachenforschung. Sie sollten daher mit ihrem Kind ein ausführliches Gespräch darüber führen, wo seiner Ansicht nach die Gründe für die schlechten Zensuren liegen.

 

Versuchen Sie mit ihrem Kind altersgerecht folgende Punkte zu besprechen:

  • Liegt eine Lernüberforderung vor?
  • Können Konzentrationsschwierigkeiten im Unterricht die Ursache sein?
  • Herrscht Interessenlosigkeit gegenüber dem Lernfach vor?
  • Fühlt das Kind sich von der Lehrkraft schlecht behandelt?
  • Baut das Kind sich selbst gegenüber einen hohen Leistungsdruck auf?

Auf diese Weise beziehen Sie das Kind in den Prozess mit ein und geben ihm das Gefühl, aktiv an derProblemlösung beteiligt zu sein. Die Ergebnisse dieses Gesprächs bilden nun die Grundlage dafür, das weitere Vorgehen zielgerichtet planen zu können. Sollten bei dedr Aussprache jedoch keine greifbaren Ergebnisseerzielt werden, empfiehlt es sich ein Gespräch mit dem Klassenleiterzu führen, um die möglichen Ursachen für die schlechten Noten zu erfahren.

 

Zielsetzungen verändern

 

Der Motivationspsychologe Heckhausen hat festgestellt, dass Lernmotivation und Zielsetzungen im Zusammenhang mit Schule eng miteinander verbunden sind und sich auch teilweise gegenseitig bedingen.Im Laufe ihrer Entwicklung lernen Kinder normalerweise, ihre Ziele so zu stecken, dass diese für sie gut erreichbar sind und sie sich entsprechend motiviert fühlen. Wenn das Kind aber beim Lernen Zielsetzungen verfolgt, die es überfordern, dann bleibt die Bereitschaft - sprich Motivation zum Lernen zwangsläufig auf der Strecke.

 

Nun sind wir Eltern gefragt, unseren Kindern in dieser Situation unter die Arme zu greifen:

 

Verändern Sie in Zusammenarbeit mit ihrem Kind die Zielsetzung so, dass diese für den Sprössling wirklich erreichbar ist. Die schrittweise Steigerung der zu erzielenden Note ist eine Möglichkeit, kontinuierlich die Lernmotivation zu verbessern. Das Kind spürt schon nach kurzer Zeit, wie der überfordernde Druck von ihm weicht und die neue Zielsetzung die Lernbereitschaft wieder anfacht. Wer sich langsam von einer Fünf am Schuljahresanfang zu einer stabilen Drei in Mathe am Jahresende hochgearbeitet  hat, fühlt sich letzten Endes motivierter, da das angestrebte Ziel auch erreicht wurde.

 

Eigenmotivation fördern

 

Die Eigenmotivation - auch intrinsische Motivation genannt - ist in Bezug auf das Lernen eine der wichtigsten Antriebsfedern für Kinder. Schon in der Kleinkindphase kann man sehen, dass Sachen, die Kindern Spaß machen, über einen langen Zeitraum ihr Interesse und Aufmerksamkeit fesseln. Ähnlich verhält es sich mit Schulfächern, die große Freude bereiten oder das Interesse der Kinder wecken.

Die Bereitschaft für ein ungeliebtes Fach zu lernen, kann dadurch gesteigert werden, dass das Kind sieht, wo es das Erlernte überall anwenden kann. Diesen Ansatz verfolgt zum Beispiel der israelische Psychologe Reuven Feuerstein. Er gilt mit als der Begründer des ganzheitlichen Lernansatzes. Feuerstein vertritt die Ansicht, dass nur wer weiß, wofür er etwas lernt und sieht, wie er es im täglichen Leben anwenden kann, der wird auch bereit sein, sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihm Schwierigkeiten bereiten. Wenn ihr Kind zum Beispiel Schwierigkeiten im Lernen von Fremdsprachen hat, dann zeigen sie ihm, wofür Fremdsprachen nützlich sein können: Die Anleitung vieler Computerspiele ist in Englisch geschrieben und wenn ihr Kind beim Lesen der Bedienungsanleitung nicht mehr auf ihre Hilfe angewiesen ist, steigert dies die Eigenmotivation sich weiterhin mit der englischen Sprache zu beschäftigen um ein Vielfaches. Der erkannte Nutzen fördert zusätzlich die Lernbereitschaft.

 

Lernen und Freizeit

 

Wenn in der Schule schlechte Noten geschrieben werden, neigen Eltern oft dazu, die Freizeit ihrer Kinder zu Gunsten eines erhöten Lernaufwandes zu kürzen. Dies sollte aber, wenn überhaupt, nur in geringen Maßen stattfinden. Die Lernbereitschaft und - fähigkeit der Kinder steigert sich nicht automatisch dadurch, dass diese wesentlich länger über dem Lernstoff brüten. Eine anerkannte Methode sind in diesem Fall Vereinbarungen, die Sie mit ihren Kindern treffen können. Wenn beispielsweise die Englischvokabeln sehr gut gelernt sind und Sie sich durch Abhören davon überzeugt haben, dann kann Ihr Kind eine entsprechend vereinbarte Pause machen, in der es beispielsweise Computerspielen darf, obwohl dies normalerweise erst nach den Hausaufgaben erlaubt ist. Die Aussicht, etwas außer der Reihe tun zu dürfen, kann die Motivation von Kindern in dieser schwierigen Phase enorm steigern.

 

Professionelle Lernförderung

 

Im Bereich der professionellen Nachhilfe haben sich eine ganze Reihe von Instituten etabliert, die auf die Problematik Lernmotivation nach schulischen Misserfolgen spezialisiert sind. Auch hier können Eltern Rat suchen, wie sich die Lernmotivation ihrer Kinder nach Misserfolgen steigern lässt.

 

Wollen Sie die Förderung ihres Kindes in fachliche Hände abgeben, dann erkennen Sie ein gutes Lernistitut an fogender Vogehensweise:

  • Es findet ein intensives Elterngespräch statt, in dem sich die pädagogische Fachkraft über die Hintergründe der schlechten Noten informiert.
  • Weiterhin findet ein Einzelgespräch zwischen Fachkraft und ihrem Kind statt.
  • Bevor mit einer eventuellen Förderung begonnen wird, führt das Institut eine Diagnostik bei ihrem Kind durch, wodurch ein Beispiel Lern- oder andere Schwächen aufgedeckt werden können.

Was Eltern vermeiden sollten

 

Kinder sollten keine Angst davor haben, ihren Eltern von schlechten Noten zu erzählen. Die Angst verhindert sonst, dass Sie rechtzeitig davon erfahren und sinnvolle Gegenmaßnahmen einleiten können.


Bestrafen Sie Ihr Kind nicht gleich, weil es zur Zeit schlechte Noten schreibt. Mit Bestrafen wird der Misstand nicht behoben - im Gegenteil, Ihr Kind fühlt sich nur noch mehr in die Ecke gedrängt.


Werfen Sie bitte ihrem Kind nicht Versagen vor. Denn wer als Versager bezeichnet wird, glaubt irgendwann selbst daran. Und dies hätte negative Auswirkungen auf die Entwicklung ihres Kindes.


( Forumsbeitrag von Anissia)

Motiviert in die Schule: Wie Sie Ihr Kind unterstützen können

 

Welche Motivation können Sie vom Lehrer Ihres Kindes erwarten?

 

Große Schulklassen, extreme Leistungsunterschiede und wenig Zeit, um seine Schüler gut kennen zu lernen machen die Motivationsarbeit in der Schule nicht leicht. Jedes Kind ist anders und reagiert auf unterschiedliche Lernanreize. Die kann ein Lehrer kaum alle kennen. Was ihm bleibt, sind eine anerkennende Haltung gegenüber allen Kindern und die Vorbereitung interessanter Unterichtskonzepte. Für die individuellen Lernareize ist nur wenig Zeit übrig.

 

So können Sie den Lehrern helfen, Ihr Kind zu motivieren

 

Sprechen Sie mit dem Lehrer über Interessen Ihres Kindes! Nutzen Sie die Lehrersprechstunden oder bitten Sie um einen zusätzlichen Geprächstermin. Geben Sie dem Lehrer Tipps und Anregungen, wie Ihr Kind am besten motiviert werden könnte. Viele Lehrer sind aufgeschlossen für Tipps, die den Schülern beim Lernen helfen. Da die Kinder besonders in der Grundschule ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse noch nicht gut formulieren können, sind sie auf die Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen. Auch Lehrer möchten, dass die Kinder in ihrer Klasse erfolgreich sind.

 

Tipp

Motivieren Sie Ihrerseits die Lehrkraft, indem Sie zunächst ihren Unterricht und ihren Einsatz loben. Lassen Sie ihre Anregungen nicht wie Kritik oder Besserwisserei sondern wie ergänzende Vorschläge erscheinen.

 

Brainstorming schafft neue Lösungen (Methode schafft Struktur)

Wenn ihr Kind sich darin übt, Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auch mal querzudenken, wird es nach und nach eine geistige Flexibilität entwickeln, die es ihm erlaubt, für Probleme unorthodoxe Lösungen zu finden. Eine bewährte kreativitätssteigernde Lerntechnik ist das Brainstorming. Es unterteilt sich in zwei voneinander strikt getrennte Phasen. Zuerst werden zu einem Oberbegriff oder Thema alle Ideen gesammelt,die ihrem Kind durch den Kopf schießen. In dieser Phase findet weder eine Sortierung noch eine Bewertung statt. Sammeln Sie alle Ihre Ideen undnotieren sie getrennt voneinander auf einzelnen Zetteln. Je nach Umfang der Aufgabe sollte diese Phase mindestens 15 und höchstens 30 Minuten lang andauern. Anschließend werden alle gewonnenen Information nach bestimmten Kriterien sortiert, diskutiert und geordnet. Jetzt zeigt sich,welche Ergebnisse unbrauchbar sind und welche Ideen möglicherweise ganz neue Sichtweisen offenbaren.

Checkliste: Welche Lernanreize motivieren Ihr Kind

Diese 16 Lernanreize wirken...

sehr gut / manchmal / selten / nie gut

 

Äußere Reize:

  1. materielle Belohnung, zum Beispiel ein Eis oder Spielzeug
  2. finanzielle Belohnungen, zum Beispiel für gute Noten
  3. Lob und Anerkennung durch aufmunternde Worte der Eltern
  4. Lob und Anerkennung durch eine positive, verbale Rückmeldung der Lehrer
  5. Urkunden, Smilis oder Stempel bei Lernerfolg
  6. schriftliche, positive Kommentare des Lehrers unter der bewältigten Aufgabe

 

Innere Reize:

  1. Zufriedenheit, wenn eine schwierige Aufgabe bewältigt wurde ( "Ich hab`s geschafft!")
  2. Experimente oder intelligente Spiele als Ergänzung zum Lernthema, zum Beispiel ein Quiz,Experimentierkasten etc.
  3. Ehrgeiz wird befriedigt durch einen Sieg im Wettbewerb oder Konkurrenz mit anderen Lernenden, zum Beispiel "Wer löst eine Aufgabe schneller?"
  4. bewusste Steigerung des Schwierigkeitsgrades der Aufgaben, um Lerngewinn zu verdeutlichen
  5. Lernstoff anderen erklären, ihnen helfen, Wissen vermitteln

 

Lerninhalte anders oder interessanter präsentieren:

  1. Einsatz von Lernmedien, zum Beispiel PC, Handy oder Gameboy
  2. Begleitende Lernerlebnisse wie beispielsweise ein Museumsbesuch, Naturerkundung oder eine Ausstellung
  3. Wissensfilme oder Dokumentationen zum Lernthema ansehen
  4. Lernen an ungewöhnlichen Orten, beispielsweise in der Badewanne, im Baumhaus oder beim Radfahren
  5. Lernstoff jungen- oder mädchengerecht präsentieren ( zum Beispiel das kleine Einmaleins mit Perlenketten darstellen oder die Reihen laut ausrufen beim Ball gegen eine Wand werfen)

Auswertung der Checkliste

Äußere Anreize  

Mal "sehr gut"

Mal "manchmal"

Ihr Kind spricht auf äußere Anreize gut an. An diesem Punkt sollten Sie ansetzen, sich aber nicht darauf beschränken. Für eine nachhaltige Lernmotivation muss Ihr Kind zum inneren Anreiz hingeführt werden.

Innere

Anreize

  Ihr Kind beherrscht bereits die Kunst, sich selbst zu motivieren. Das ist super! Auf keinen Fall sollten Sie diese Fähigkeit durch materielle Anreize wieder schmälern. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie stolz Sie auf seine Art, sich zu motivieren, sind.
Lerninhalte interessant präsentieren

Mal "sehr gut"

Mal "manchmal"

Die meisten Kinder mögen es, wenn ihnen Lerninhalte durch begleitende Anreize schmackhaft gemacht werden. Nutzen Sie diese Möglichkeit, so oft es geht. Je mehr Informationen Ihr Kind zu einem Thema hat, desto intressanter wird es.

Tipp:

Eine starke Motivation ist der Glaube der Eltern an ihr Kind. "Ich denke, dass du dich angestrengt hast!" ist ein Satz, der Grundschulkinder mit schlechten Noten wieder aufbaut und ihre innere Motivation stärkt. Auch wenn ein Kind nicht seinen vollen Einsatz gebracht hat, bei der nächsten Arbeit wird es seinen Elternbeweisen wollen, dass sie sich nicht getäuscht haben.

Dyskalkulie

 

Dyskalkulie ist eine Teilleistungsschwäche. Sie bildet sich bei den ersten Schritten der Befassung mit Mathematik heraus und bewirkt ein mangelhaftes bis unzureichendes oder grundlegend verkehrtes Verständnis von Mengen und Größen, von Zahlen und mathematischen Operationen. Sie verursacht bei den betroffenden Kindern eine Misserfolgsorientierung, Schulversagen und Entzug von Lebenschancen. In der Regel sind Kinder mit Dyskalkulie normal bis überdurchschnittlich intelligente Kinder, deren Leistungen im mathematischen Bereich erwartungswidrig niedrig ausfallen und bei denen alle herkömmlichen Formen des Übens und Nachhelfens keinen Erfolg zeigen.

Bei auffälliger Rechenstörung ist zunächst eine qualifizierte Diagnostik sowohl der kognativen, aber auch der sozial-emotionalen Persönlichkeitsentwicklung erforderlich, bevor angemessene Fördermaßnahmen eingeleitet werden können. Von Dyskalkulie spricht man, wenn über einen längeren Zeitraum allgemeine und hartnäckige Schwierigkeiten beim Erlernen mathematischer Zusammenhänge auftreten. Sie wird in der Regel während der Schulzeit festgestellt, typische Zeitpunkte sind die 3./4. Klasse. 

 

Leider gibt es im Gegensatz zur Legasthenie keine Verordnung im Schulgesetz zum Umgang mit Dyskalkulie in den Schulen. Häufig wird diese Teileistungsstörung aus Unkenntnis nicht erkannt. Ist Dyskalkulie sehr ausgeprägt, so dass eine drohende seelische Belastung befürchtet werden muss, ist eine außerschulische, individuelle  Förderung und Theraphie notwendig. Mit einer fachärztlichen Diagnose und einer Stellungnahme seitens der Schule können Erziehungsberechtigte versuchen, die Übernahme der Kosten für eine Dyskalkulietherapie beim Jugendamt nach den Richtlinien des Kinder- und Jugendhilfegesetz erstattet zu bekommen. Eine Dyskalkuliettherapie hat nach den ersten Erfahrungen nur dann Erfolg, wenn mit positiven Ressourcen des Kindes gearbeitet wird. Aufgrund bisher nur weniger vorliegenden Tests ist die Diagnose einer Rechenschwäche nicht immer einfach. Die Auffälligkeiten einer Dyskulkulie lassen sich in Primär- und Sekundärsymptome untergliedern.

 

Primärsymtome

  • optische
  • akustische
  • zeitliche
  • sensorische Wahrnehmungsstörungen
  • Körper-Raum-Orientierungsstörung

 

Typischer Fehler

  • falsches Schreiben und Lesen von Zahlen
  • Verwechslung von Zeit-, Maß- und Längeneinheiten
  • kein Verständnis des didaktischen Positionssystems (Zehnersystem)
  • Verzählen bei Addition und Subtraktion um 1
  • Verwechslung der Operationssymbole ( +/-/:/.)
  • kein Verständnis für Zusammenhänge der Operationen
  • Komplexe Aufgaben oder Kopfrechnen können nicht bewältigt werden

  

Sekundärsymtome

  • Störungen im Bewegungsablauf
  • Hyper- und Hyporaktivität
  • Gleichgewichtsmangel
  • Hand-Augen-Koordinationsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten, die eine Rechenschwäche verstärken wie: Ängstlichkeit, Konzentrationsschwäche, Aggressivität, Clownerie, Schulangst, psychosomatische Störungen 

 

Da in den Naturwissenschaften mathematisches Denken und Vorstellungsvermögen verlangt wird, haben Kinder mit Dyskalkulie in der Regel auch Probleme in den Fächern Physik, Chemie und Informatik. Gedankenkonstrukte und Modelle setzen Fähigkeiten voraus, sich nicht alltägliche Dinge vorzustellen. 

 

In einer Therapie wird grundsätzlich von den Lernvoraussetzungen des Kindes ausgegangen. Positive Ressourcen ermöglichen die Wiederherstellung eines Selbstbewusstseins. Zu Beginn kann dieses durch den Einsatz spielerischen Materials erfolgen, durch Malen, Singen, Bewegung und durch konzentrative Übungen und somit unterscheidet sich dieses Vorgehen von einem schulischen Mathematikunterricht. Ziel ist es, den Leistungsdruck des Kindes zu verringern und ein motivierendes Lernklima zu schaffen. Die aktuelle Lernhaltung, der psychosoziale Zustand sowie der Leistungsstand des Kindes sollen vorab erfasst werden. Die einzelnen Wahrnehmungsbereiche, Motorik, Gedächtnisleistungen sowie Konzentrationsfähigkeit und Lernmotivation werden überprüft. 

 

In dem Therapieplan wird von den Grundlagen ausgegangen, auf dem das Kind sich befindet und dieses wird "begreifbar" gemacht. Der Zahlenraum, in dem das rechenschwache Kind sich sicher bewegen kann, in dem es  Mengenvorstellungen besitzt und Rechenaugaben lösen kann, dient als Basis. Danach kann die Mengenvorstellung erweitert werden, so dass das Kind Ziffer und Zahl unterscheiden kann und vom reinen Zählen zum Rechnen kommen kann. Nach dem Einsatz von dreidimensionalem Übungsmaterial können Arbeitsblätter eingesetzt werden. Erst wenn hier Sicherheit erlangt worden ist kann mit Kopfrechnen begonnen werden.

 

Beispiele:

 

Das rechenschwache Kind lernt, dass die Null zunächst einmal keine Menge darstellt (Ich habe null Bonbons in der Hand.). Im weiteren Verlauf stellt jedoch die Veränderung bei Zahlen wie die 10 oder 100 eine vielfältige Menge dar. Jetzt fragt das Kind sich "Warum ist 10 mehr als 1, wenn die Null doch keine Menge ist?"


Oft wird der Unterschied zwischen Menge und Zahl nicht verstanden. Warum sind 11 nicht gleich 2, wenn doch 1+1 = 2 sind?

 

Alleinige Fördermaßnahmen in der Schule reichen bei einem rechenschwachen Kind genauso wenig aus wie häufige Nachhilfe oder zusätzliche Übungsaufgaben. Bei zusätzlichen Arbeitsblättern erfährt das Kind oft nur, dass es die Aufgaben nicht richtig lösen kann wie die Aufgaben vorher auch schon nicht.

 

Es gibt in verschiedenen Städten wie z.B. in Dordmund/Bochum ein Mathematisch Lerntherapeutisches Zentrum, das Kinder sowohl dort therapeutisch betreut, darüber hinaus aber auch beratend die Schule unterstützt. Einfluss auf die Rechenschwäche zu nehmen ist ein langer Prozess und nicht kurzfristig zu überwinden. Eine Kooperation zwischen Schule und Elternhaus ist unabdingbar.

 

(c) M.-l. Pöschel-Laube, ehem. Rektorin

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