Auf dem Weg zum Schulkind

Spannende Aussichten für die ganze Familie!

 

Wenn ein Kind in die Schule kommt, verändert sich nicht nur sein Leben grundlegend, sondern das der ganzen Familie. Der Schulbesuch ist verpflichtend und nicht freiwillig, bei Krankheit muss das Kind entschuldigt werden und die Ferienzeiten sind vorgegeben.

 

Das deutsche Schulsystem baut auch auf die Mithilfe der Familie: bei Hausaufgaben und bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten.

 

Schrittweise erobert ein Schulkind seine eigene Welt. Die Beziehung zwischen Eltern und Kind verändert sich. Leistungsdruck kann zu Spannungen führen. Kinder werden zunehmend unabhängig und es bilden sich neue Interessen heraus. Eltern sollten offen sein für die neue Welt ihres Kindes und sie in ihr Familienleben integrieren und bei Meinungsverschiedenheiten nicht ablehnend gegenüber stehen.

 

Schule ist auch anstrengend, frustrierend und langweilig.

 

Eltern müssen trösten, erklären, einfordern, verhandeln, streiten, Wutanfälle ertragen und selbst bekommen und immer wieder Geduld haben. 

 

Erinnerungen an die eigene Schulzeit werden bei den Eltern wach, positive wie negative. Schule hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten jedoch maßgeblich verändert. Daher sollten Eltern bei Eintritt ihres Kindes in diese Institution die eigene Position noch einmal überdenken und klären. Ihr Kind wird wahrscheinlich ganz andere Erfahrungen in der Schule machen, als sie selbst.  Jedes Kind sollte die Chance haben, diese Welt unbeeinflusst kennen zu lernen und zu entdecken.

 

Der Schlafrhythmus  der ganzen Familie muss sich auf die neuen Zeiten einstellen. Wichtig ist, dass der Tag, und besonders der Ablauf in der Familie am Abend, einen stabilen Rahmen hat: Ranzen packen, Kleidung für den nächsten Tag rauslegen, gemeinsam essen, dem Kind Muße zur Entspannung geben beim Spielen oder Lesen, und vor allem mit dem Kind über den Tag reden, damit nichts unerledigt bleibt.

 

Immer wieder ergibt sich die Frage:

Was muss mein Kind können, wenn es in die Schule kommt?

 

Körperliche Voraussetzungen:

  • vorwärts und rückwärts laufen
  • auf einem Bein und mit zwei Beinen vorwärts und rückwärts hüpfen
  • über eine Linie balancieren
  • eine Schleife binden
  • einen Stift zielgerichtet führen
  • sicher mit Schere und Klebestift umgehen

 

Wahrnehmungsfähigkeiten:

  • Geräusche zuordnen, gleiche Geräusche erkennen
  • die Richtung eines Geräusches erkennen
  • etwas nachsprechen können (Zahlenfolge, Satz)
  • etwas Gehörtes wiedergeben, erzählen
  • einen Rhythmus nachklatschen
  • Reime erkennen und selber bilden
  • Lauter erkennen und unterscheiden
  • Wörter in Silben gliedern

 

Neben räumlichem Vorstellungsvermögen muss ein Kind auch Farben, Formen und Muster unterscheiden können, damit es Buchstaben und Zahlen erkennen und voneinander unterscheiden kann:

  • Farben, Größen und Muster unterscheiden
  • Linien mit dem Stift nachfahren
  • Paare, also zwei gleiche Bilder oder Gegenstände erkennen
  • Mengen erkennen und unterscheiden
  • Blätter so falten können, dass die Kanten möglichst genau übereinander liegen

 

Taktile Wahrnehmung:

  • Gegenstände ertasten und die Beschaffenheit unterscheiden können (Ball, Bauklotz)
  • mit den Händen Spuren im Matsch oder Sand gezogen haben
  • mit Lehm, Kleister gematscht haben
  • mit Fingerfarben gemalt haben
  • mit bloßen Füßen über unterschiedliche Untergründe gelaufen sein

 

Sprachliche Voraussetzungen:

  • sich deutlich mitteilen
  • bei Verständnisschwierigkeiten oder unbekannten Wörtern nachfragen
  • Dinge aus der Umwelt sowie Abstrakta benennen und Oberbegriffe kennen
  • grammatikalisch richtige Sätze bilden
  • Steigerungsformen (klug, klüger, am klügsten), Deklinationsformen (die Schultüte, der Schultüte, den Schultüten), Zeitbegriffe (gestern, heute, schon, noch) nutzen
  • Gesprächsregeln kennen
  • kleine Geschichten, Begebenheiten erzählen und Reime nachsprechen

 

Sozial-emotionale Voraussetzungen:

  • auf neue Menschen zugehen
  • Freunde finden
  • zum Klassenlehrer und anderen Erwachsenen Beziehungen aufbauen
  • seinen Platz in der Gruppe finden
  • Konzentration und Ausdauer
  • Bereitschaft sich anzustrengen
  • wissbegierig sein und Fragen stellen
  • Spaß am Lernen haben

 

Der Schulanfang ist eine große Herausforderung für das Kind, aufregend und kräftezehrend. Unterstützen Sie es von Anfang an.

 

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